19. Juni 2027 · 20.00 Uhr

Sabin Tambrea, Rezitation
Guadagnini Trio, Klaviertrio

„Vaterländer“

Ein literarisch-musikalisches Programm

Lesung aus dem Roman »Vaterländer« des Autors Sabin Tambrea und Werke für Klaviertrio von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Robert Schumann, George Enescu und Dmitri Schostakowitsch.

An diesem Abend, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart kreuzen, verbinden die Geschwister Sabin Tambrea und Alina Armonas-Tambrea ihre Familiengeschichte mit Musik, die seit jeher ein wichtiger Begleiter ihres Lebensweges gewesen ist. Während beide seit frühester Kindheit von ihren Eltern an der Violine ausgebildet wurden, hat Alina den musikalischen Weg als Sprache ihrer Berufung fortgesetzt; Sabin hingegen hat sich für die Schauspielerei entschieden. Er zählt seit seinen Filmen „Ludwig ll.“, als Kafka in „Die Herrlichkeit des Lebens“, der „Ku´damm“- Reihe sowie vielen weiteren zur Schauspiel-Elite seiner Generation und hat nun seinen zweiten Roman „Vaterländer“ veröffentlicht, der mehr als zwölf Wochen in den Bestsellerlisten vertreten war.

Darin reist Sabin Tambrea zurück in die Vergangenheit seiner Familie und erzählt die Geschichte seiner rumänisch-ungarischen Familie durch die Augen dreier Generationen: des Jungen Sabin, seines Vaters Bela und seines Großvaters Horea. Ein Roman über Neuanfänge, Entbehrungen und die Ohnmacht einem gnadenlosen politischen System gegenüber, über die Folgen von Unrecht, die Tragweite von Entscheidungen und eine zärtliche Liebesgeschichte. Die Geschichte seiner Eltern – und an diesem besonderen Abend auch die Geschichte der Geschwister.

Sabin Tambrea liest Ausschnitte aus „Vaterländer“, das Guadagnini Trio spielt Werke der Romantik, des Fin de Siècle sowie der Moderne des 20. Jahrhunderts, in denen sich die Höhen und Tiefen der drei Generationen widerspiegeln. Die universelle Sprache der Musik ermöglicht es den Zuhörenden, diese Geschichte auf einer besonders intensiven emotionalen Ebene mitzuerleben.

Bestehend aus drei eigenständigen Solisten und Preisträgern zahlreicher internationaler Wettbewerbe, hat sich das Guadagnini Trio als eines der führenden Klaviertrios seiner Generation etabliert, das aufgrund seiner ausgereiften Interpretationen und funkensprühenden Energie gern gesehener Gast auf renommierten Podien und im Rahmen namhafter Musikfestivals ist.

Im Anschluss an die Aufführung signiert Sabin Tambrea für das Publikum seinen Roman und steht gern für einen Austausch zur Verfügung.

Sabin Tambrea

Sabin Tambrea, geboren 1984 in Rumänien, ab seinem vierten Lebensjahr aufgewachsen in Hagen, Deutschland. Noch keine zwanzig war Tambrea als der 2003 er zu den Gründern des Jugendtheaters „Lutz – Junge Bühne Hagen“ gehörte, wo er bis 2006 in einer Reihe von Stücken auf der Bühne stand. Von dort ging es direkt zum Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin an, das er 2010 abschloss. Bereits vor seinem Diplom-Abschluss an der Schauspielschule wurde Tambrea zur Spielzeit 2009/2010 ans renommierte Berliner Ensemble berufen. Dort spielte er unter anderem in Inszenierungen der Frank-Wedekind- Klassiker „Frühlings Erwachen“ (Regie: Claus Peymann) und „Lulu“ (Regie: Robert Wilson) sowie in der Spielzeit 2012/13 in einer Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“ (Regie: Katharina Thalbach). Ende 2012 dann erstmals eine Kinohauptrolle: In Marie Noëlles und Peter Sehrs Historiendrama „Ludwig II.“ spielte er die Titelrolle des legendären bayerischen Königs. Diese Leistung brachte ihm unter anderem den Bayerischen Filmpreis (Nachwuchsdarstellerpreis), den New Faces Award und eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis ein. Weitere Kinoauftritte hatte Tambrea dann in dem Zweiter-Weltkriegs-Drama „Das große Heft“ (2013), in der modernen Bibeladaption „Jesus Cries“ (2015) und in dem romantischen Thriller „Ma Folie“ (FR/AT 2015), als eifersüchtiger französischer Liebhaber von Alice Dwyers Hauptfigur.

Häufig wurde Tambrea (meist im Fernsehen) als finsterer Charakter oder Bösewicht besetzt. Philipp Kadelbach gab ihm in der TV-Adaption von „Nackt unter Wölfen“ (2015) den Part des diabolischen SS-Untersturmführers Hermann Reineboth. Der viel beachtete TV-Dreiteiler „Ku’damm 56“ (2016) zeigt Tambrea in einer Hauptrolle als narzisstischen, sexuell gewalttätigen Fabrikantensohn. Positiv war seine Figur in dem TV-Thriller „Jack the Ripper – Eine Frau jagt einen Mörder“ (2016), als Jäger des berüchtigten Londoner Serienmörders. Nach einer tragenden Kinorolle in der Filmbiografie „Marie Curie“ (2016), als schwedischer Botschafter August Gyldenstolpe, folgte die Titelrolle in dem TV-Weihnachtsfilm „Rübezahls Schatz“ (2017). Daneben wirkte Tambrea als Mitglied des Berliner Ensemble weiterhin in einigen Bühneninszenierungen mit, so etwa in „Peter Pan“ (2013, Titelrolle), „Die Kannibalen“ (2014) und „Prinz Friedrich von Homburg“ (2017, Titelrolle). 2017 schied er aus dem Ensemble aus. Seither konzentriert er sich vor allem auf die Kino- und Fernseharbeit.

In den folgenden Jahren übernahm er zahlreiche Haupt- und prägende Rollen in Kino-, Fernseh- und Streamingproduktionen, darunter die ZDF-Reihe Ku’damm 59/63, Babylon Berlin, die Titelrolle in Narziss und Goldmund, die Serie Deutsches Haus sowie der Kinofilm In einem Land, das es nicht mehr gibt, für den er 2022 mit dem Günter-Rohrbach-Darstellerpreis geehrt wurde. Die deutsch-rumänische Koproduktion Hackerville wurde mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet; zudem war Tambrea im Wettbewerb des Filmfestivals Cannes in La Gomera von Corneliu Porumboiu zu sehen.

2021 erschien sein fiktionaler Debütroman Nachtleben, der bereits in der Erscheinungswoche auf der SPIEGEL-Bestsellerliste einstieg. 2024 folgte sein zweiter Roman Vaterländer, ein drei Generationen umfassender Familienroman über Flucht, Herkunft und Identität, der sich über 20 Wochen in den Bestsellerlisten behauptete.

Zuletzt war Sabin Tambrea als Franz Kafka in der Literaturverfilmung Die Herrlichkeit des Lebens (Regie: Georg Maas, Judith Kaufmann) sowie in Heimweg, einer Sebastian-Fitzek-Verfilmung für Amazon Prime, zu sehen. Aktuell zu sehen ist er in der ARD-Serie Oderbruch sowie in der vierten Staffel der Ku’damm-Reihe (Ku’damm 77). Vor der Veröffentlichung stehen die Kinofilme Kochschule Schwarz von Dani Levy, in dem er an der Seite von Hannah Herzsprung und Florian David Fitz spielt, sowie Schatten, in dem er gemeinsam mit seiner Ehefrau Alice Dwyer vor der Kamera stand.

Foto: © Marcus Höhn

Guadagnini Trio

Alina Armonas-Tambrea, Violine, Edvardas Armonas, Violoncello, Yannick van de Velde, Klavier

Das Guadagnini Trio vereint drei eigenständige künstlerische Persönlichkeiten zu einer unverkennbaren, gemeinsamen Stimme. Im Frankfurter Raum beheimatet, bringen die Violinistin Alina Armonas-Tambrea, gebürtige Rumänin, der aus Litauen stammende Cellist Edvardas Armonas sowie der belgische Pianist Yannick van de Velde ihre jeweils gewachsene musikalische Prägung in das Ensemble ein. Als vielfach ausgezeichnete Preisträger internationaler Wettbewerbe verbinden sie technische Brillanz mit künstlerischer Reife, wodurch ein hochkonzentrierter, organischer Dialog entsteht, der von großer innerer Geschlossenheit getragen ist. Kennzeichnend für das Ensemble sind ein hoher interpretatorischer Anspruch, ein lebendiger Zugriff auf die Werke und ein spannungsvoller, einzigartiger Klang, in dem individuelle Virtuosität konsequent dem gemeinsamen Ausdruck dient – geprägt von einem Miteinander, das sowohl die Intensität des Zusammenspiels auf der Bühne als auch die unmittelbare Verbindung zum Publikum spürbar macht.

Das Ensemble trat bereits auf großen Podien wie der Elbphilharmonie Hamburg, der Isarphilharmonie München, der Tonhalle Düsseldorf, der Frauenkirche Dresden, dem Gewandhaus zu Leipzig und der Alten Oper Frankfurt auf. Darüber hinaus gastierte es bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musik Festival, dem Heidelberger Frühling oder im Beethoven Haus Bonn.

Seine künstlerische Prägung erhielt das Trio durch das Studium beim Alban Berg Quartett sowie bei Harald Schoneweg an der Hochschule für Musik Köln. Früh gewann es den 1. Preis beim Internationalen Kammermusikwettbewerb „Helexpo“ in Thessaloniki, wenig später folgte die Auszeichnung durch die Johannes Brahms Gesellschaft Pörtschach. Heute ist das Guadagnini Trio als Trio in Residence fester Bestandteil der Kammerkonzerte Darmstadt.

Der Name des Ensembles verweist auf die Violine von Alina Armonas Tambrea, ein Instrument aus der Werkstatt der legendären italienischen Geigenbauerfamilie Guadagnini. Wie in diesem. Instrument Geschichte, Handwerk und Klangkunst zu einer unverwechselbaren Stimme verschmelzen, so verbindet auch das Guadagnini Trio Tradition und Gegenwart zu einer eigenständigen, lebendigen musikalischen Sprache.

Foto: © Sabin Tambrea