26. Februar 2027 · 19.00 Uhr

Stefan Kurt, Rezitation
Ulf Schneider, Violine
Stephan Imorde, Klavier

„Ich brenne für das Leben – Garcia Lorca“

Texte und Kompositionen des großen Spaniers García Lorca und Musik seiner Freunde Manuel de Falla, Francis Poulenc, Enrique Granados

Die Macht des Schicksals, die menschliche Leidenschaft, das Ehrgefühl, die Liebe und die Allgegenwart des Todes sind zentrale Themen des bedeutendsten spanischen Dichters des 20. Jahrhunderts von García Lorcas (1898-1936) literarischem Werk. Als vielseitig begabter Künstler arbeitete er auch als Maler, Komponist und Pianist. Freundschaften verbinden ihn mit großen Komponisten seiner Zeit und Persönlichkeiten wie Manuel de Falla, Pablo Picasso und Salvador Dalí. Sein Leben, sein faszinierendes Schaffen sowie sein tragischer Tod in den Wirren des spanischen Bürgerkrieges werden in eigenen Texten, Gedichten und Kompositionen für Violine und Klavier sowie die seiner Komponisten-Freunde Francis Poulenc, Enrique Granados und Manuel de Falla stimmungsvoll reflektiert.

Stefan Kurt 

Der gebürtige Schweizer Stefan Kurt studierte zunächst am Konservatorium für Musik und Theater Bern, bevor er von dort an das Hamburger Thalia Theater wechselte. Fortan arbeitete er mit renommierten Regisseuren wie Robert Wilson und Jürgen Flimm. Gleich in seinem ersten Spieljahr wurde er für seine Rolle des Silvio in dem von Flimm inszenierten Stück »Der Diener zweier Herren« von Carlo Goldoni mit dem Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet. 1993 trat Stefan Kurt das erste Mal vor die TV-Kamera. Mit der Hauptrolle im erfolgreichen TV-Mehrteiler »Der Schattenmann« unter der Regie von Dieter Wedel wurde er einem breiten Publikum bekannt und erhielt 1997 für seine schauspielerische Leistung den Adolf-Grimme-Preis sowie den Telestar. Sein Kinodebüt feierte Kurt mit Peter Liechtis »Marthas Garten« (1997). Für die Rolle des jüdischen Mitarbeiters Dave Gladbaker in dem preisgekrönten Krimi-Drama »Gegen Ende der Nacht« von Oliver Storz erhielt er 1998 erneut den Adolf-Grimme-Preis. Für den vielseitigen Schauspieler folgten weitere Rollen »Frau sucht Happy End«, 2007 war er unter der Regie von Justus von Dohnányi in dessen schwarzer Kinokomödie »Bis zum Ellenbogen« zu sehen. Außerdem stand er für Filme wie Margarethe von Trottas »Die andere Frau«, Andrea Kleinerts »Hurenkinder« und Rainer Kaufmanns »Ein starker Abgang« vor der Kamera. 2009 spielte er in dem ARD-Film »Die Frau, die im Wald verschwand«, in der Fernsehkomödie »Haus und Kind« sowie in dem mit dem Publikumspreis des Filmfestivals von Locarno ausgezeichneten Kinofilm »Giulias Verschwinden« mit Corinna Harfouch und Bruno Ganz. 2010 liefen Norbert Baumgartens »Mensch Kotschie«, in der Kurt die gleichnamige Titelfigur »Jürgen Kotschie« verkörperte und Alain Gsponers Suter-Verfilmung »Der letzte Weynfeldt« an. Für die Trilogie »Dreileben« stand er unter der Regie von Christoph Hochhäusler in »Eine Minute Dunkel« vor der Kamera. 

2019 spielte Kurt an der Seite Alexandra Maria Laras in „Und der Zukunft zugewandt“. Regisseur und Drehbuchautor Bernd Böhlich versetzt den Zuschauer in die frühe DDR. 

Im selben Jahr folgte „Ich war noch niemals in New York an der Seite mit Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu, Katharina Thalbach, Uwe Ochsenknecht. Weitere Filme waren Zwingli, Legal Affairs und Stiller. Neben seinen Film- und Fernseharbeiten blieb Stefan Kurt stets der Theaterbühne treu. Seine Engagements führen ihn von den Salzburger Festspielen über die Staatsoper Berlin und die Ruhrtriennale zur Komischen Oper Berlin und vom Berliner Ensemble ans Schauspielhaus Zürich. 

Foto: © Joachim Gern

Ulf Schneider und Stephan Imorde 

Seit mehr als zwanzig Jahren bilden die beiden viel beachtetes Duo. Zusammen gastiertensie u.a. in Konzerthäusern wie der Laeiszhalle Hamburg oder dem Festspielhaus Baden-Baden und erhalten Einladungen zu namhaften Festivals wie den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Schleswig-Holstein Musikfestival, Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Niedersächsischen Musiktagen. Zahlreiche Rundfunksender wie der Norddeutsche Rundfunk, Westdeutsche Rundfunk und vor allem der Hessische Rundfunk laden das Duo regelmäßig zu Produktionen und Konzerten ein, deren Mitschnitte häufig gesendet werden. 

Mit Literatur/Musik-Programmen arbeitet das Duo mit prominenten Schauspielerinnen und Schauspielern wie Martina Gedeck, Sophie von Kessel, Gudrun Landgrebe, Angela Winkler, Fritzi Haberlandt, Rufus Beck und Stefan Kurt zusammen. 

Der Geiger Ulf Schneider studierte in Hannover, New York und Berlin bei Jens Ellermann, Felix Galimir, Masao Kawasaki und Thomas Zehetmair. Weitere künstlerische Impulse von Hatto Beyerle, Eberhard Feltz, Nicolaus Harnoncourt und Sir Roger Norrington bereicherten und prägten seine Studienzeit. Zusammen mit Martin Löhr und Eckart Heiligers gründete er 1992 das Trio Jean Paul, das bei den internationalen Kammermusikwettbewerben in Melbourne und Osaka sowie beim Deutschen Musikwettbewerbs in Bonn jeweils mit ersten Preisen und zahlreichen Sonderpreisen ausgezeichnet wurde. Eine umfangreiche internationale Konzerttätigkeit führt ihn mit dem Trio Jean Paul, im Duo mit Stephan Imorde und Jan Philip Schulze und mit dem Bartholdy-Quintett regelmäßig zu bekannten Konzerthäusern und Musikmetropolen, wie den Philharmonien von Berlin und Köln, der Alten Oper Frankfurt, der Laeiszhalle Hamburg, der Wigmore Hall in London, der Tonhalle Zürich, 

dem Sydney Opera House, dem Konzerthaus Dortmund, dem Mozarteum Salzburg, dem Wiener Konzerthaus, dem Palais Beaux Arts in Brüssel, dem Concertgebouw Amsterdam und der Gulbenkian Foundation in Lissabon sowie als ein gern gesehener Gast zu vielen Festivals, wie dem Rheingau Musik Festival, den Festspielen Baden-Baden, den Ludwigsburger Festspielen, dem Heidelberger Frühling, dem Kissinger Sommer, den Niedersächsischen Musiktagen, dem Edinburgh Festival, dem Beethovenfest Bonn. Solistisch konzertierte er u.a. mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn, dem WDR-Sinfonieorchester, der Radiophilharmonie Hannover, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Orchester des Prager Nationaltheaters. 

Ulf Schneider ist seit 2001 Professor an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover. Viele seiner Studenten sind Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe, Mitglieder führender europäischer Orchester, Dozenten an deutschen Musikhochschulen und Kammermusiker bekannter Ensembles. Regelmäßig wird er zu Meisterkursen und als Juror zu Wettbewerben eingeladen. 

Der Pianist Stephan Imorde wurde im westfälischen Emsdetten geboren und studierte bei Renate Kretschmar-Fischer an der Hochschule für Musik Detmold, bei Leonard Hokanson an der Indiana University School of Music in Bloomington (USA) und legte schließlich unter Anatol Ugorski wiederum an der Hochschule für Musik Detmold sein Konzertexamen ab. Er wurde im Laufe seines Studiums auf vielfältige Weise gefördert und mit Preisen ausgezeichnet. Er war u.a. Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes sowie des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). 

Schon früh begann er, sich intensiv mit unterschiedlichstem Kammermusikrepertoire auseinander zu setzen, das bis heute einen großen Teil seiner umfangreichen Konzerttätigkeit einnimmt. Er gründete noch im Studium das Novalis-Trio, das mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde und bildet seit mehr als zwanzig Jahren ein viel beachtetes Duo mit dem Geiger Ulf Schneider. 

Stephan Imorde begann seine pädagogische Laufbahn als Dozent an der Musikakademie Kassel und ist seit 2003 mit einem Lehrauftrag für das Hauptfach Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Rostock tätig. 2008 wurde er dort zum Professor ernannt. Seine Studenten sind vielfach mit Stipendien sowie Preisen bei nationalen und internationalen Wettbewerben ausgezeichnet worden. Neben den Studenten der Hochschule kümmert sich Stephan Imorde sehr stark auch in der Jugendförderung als Leiter der Young Academy Rostock, die internationales Ansehen genießt. 

Er gibt regelmäßig Meisterkurse in Deutschland und Asien und ist als Juror bei internationalen Wettbewerben tätig. 

Foto: © Irène Zandel