31. Oktober 2024 · 20.00 Uhr

Johann von Bülow, Rezitation
Annika Treutler, Klavier

„Robert Schumann in Wort und Ton“
Liebe, Leidenschaft, Romantik

Johann von Bülow

Schon mit seinem Einstand als Schauspieler machte sich Johann von Bülow einem breiten Publikum bekannt: 1995 besetzte ihn Hans-Christian Schmid an der Seite von Franka Potente in der Kino-Komödie NACH FÜNF IM URWALD, die mehrfach mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Dem großen Leinwanderfolg gleich zu Beginn seiner Karriere ließ der Absolvent der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München ein festes Engagement am Staatstheater Mainz folgen. Gleichzeitig entdeckte ihn auch das Fernsehen für sich. Für Anno Saul stand Johann von Bülow 1996 als Teil des Ensembles in dem Oberstufen-Drama UND MORGEN FÄNGT DAS LEBEN AN vor der Kamera, worauf unzählige Gastauftritte in bekannten TV-Serien wie WOLFFS REVIER, DIE MÄNNER VOM K3 und POLIZEIRUF 110 folgten.

2003 gehörte er zum Cast des Sat1-Zweiteilers DAS WUNDER VON LENGEDE, der mit einem Bambi als TV-Ereignis des Jahres ausgezeichnet wurde und 2004 Adolf-Grimme-Preise in den Kategorien Regie, Darsteller und Produktion für sich verzeichnete, sowie auch den Bayerischen Fernsehpreis und die Goldene Kamera als „Bester deutscher Fernsehfilm“.

Seine Vielseitigkeit stellte Johann von Bülow ab 2000 auch auf der Bühne des Schauspielhauses Bochum unter Beweis, so etwa in der Titelrolle von Friedrich Schillers „Don Carlos“, als Sänger bei Liederabenden und in multiplen Parts in Helge Schneiders Revue „Mendy – Das Wusical“, deren Bühnenmitschnitt auch beim TV-Publikum Anklang fand.

Mit 3° KÄLTER (Regie: Florian Hoffmeister) kehrte Johann von Bülow 2005 auf die Kinoleinwand zurück. Das Beziehungsdrama wurde im selben Jahr mit dem Silbernen Löwen für den Besten Nachwuchsfilm beim Internationalen Filmfest Locarno geehrt.

Neben Auftritten im leichten Fach, darunter auch die ARD-produzierte Komödie MEIN SÜSSES GEHEIMNIS (Regie: Franz Xaver Schwarzenberger), waren es vor allem die tragischen Rollen, mit denen Johann von Bülow beim Publikum zunehmend reüssierte. Dominik Graf besetzte ihn als Pfarrer in seinem semi-fiktionalen TV-Drama über Clemens von Brentanos Leben, DAS GELÜBDE, während ihn Regisseurin Emily Atef mit der Rolle eines frischgebackenen Vaters an der Seite einer post-natal depressiven Mutter in DAS FREMDE IN MIR betraute. Ein Drama, das 2008 mannigfache Preise auf Festivals in Frankreich, Belgien, Brasilien und Argentinien errang, sowie auch den Publikumspreis des Internationalen Filmfests Oldenburg.

Buchstäblich einen Ausflug in internationale Gefilde machte Johann von Bülow als österreichischer Pilot eines entführten Flugzeugs in der dreiteiligen Terroristen-Saga CARLOS – DER SCHAKAL, unter der Regie des Franzosen Olivier Assayas. Was prompt 2011 mit einem Golden Globe in der Kategorie Best Mini-Series belohnt wurde.

In den Jahren 2006 bis 2012 wurden auch Johann von Bülows Rollen und Gastauftritte in vielen deutschen Fernsehfilmen und TV-Serien größer und tragender, so etwa in BERLIN 36 (Regie: Kaspar Heidelbach), IN ALLER STILLE (Regie: Rainer Kaufmann), DAS LEBEN IST ZU LANG (Regie: Dany Levi) und in den Serien UM HIMMELS WILLEN, WIR MÜSSEN REDEN und in sieben TATORT-Folgen. Pünktlich zu den Dreharbeiten der dritten Staffel von MORD MIT AUSSICHT stieg Johann von Bülow als Bürgermeisterkandidat von Hengasch in die beliebte ARD-Serie ein. Eine Rolle, die er 2015 als Bürgermeister in dem abendfüllenden Spin-Off EIN MORD MIT AUSSICHT fortsetzte.

In zwei historischen Stoffen, die auf wahren Begebenheiten beruhen, konnte man Johann von Bülow 2024 im Kino sehen. Zum einen als Anwalt im Frankfurter Auschwitz-Prozess 1963 in IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS (Regie: Guilio Ricciarelli), zum anderen in der Rolle des Heinrich Müller, Leiter der Gestapo und somit Hauptverantwortlicher für die Ermordung des Widerstandskämpfers Georg Elser im gleichnamigen Kinofilm ELSER (Regie: Oliver Hirschbiegel). IM LABYRINTH DES SCHWEIGENS war auf der Shortlist für die Auswahl des „Auslands-Oscar“ 2016.

Im Oktober 2014 las Johann von Bülow in der Berliner „Bar jeder Vernunft“ aus „Der ganz offene Brief“ von Loriot. Und das mit großem Erfolg vor ausverkauftem Haus. Außerdem hat er im selben Jahr den Roman „Butcher’s Crossing“ für den RBB und den DAV als Hörbuch eingelesen. Seit Oktober 2015 ist auch die Hörspielreihe „Sherlock & Watson – Neues aus der Baker Street“, in Johann von Bülow Sherlock Holmes seine Stimme leiht, im DAV erhältlich.

2016 wurde das TV-Drama AUS DER HAUT auf dem Max Ophüls Preis gezeigt. Mit Francois Ozons FRANTZ, der im September 2016 in die Kinos kam, feierte Johann von Bülow im Wettbewerb der 73. Internationalen Filmfestspiele von Venedig Weltpremiere. Außerdem war er mit den Filmen MEIN BLINDDATE MIT DEM LEBEN und ROCK MY HEART 2017 in den Kinos zu sehen.

Zwischen 2018 und 2021 war Johann von Bülow in der erfolgreichen ZDF-Krimireihe HERR UND FRAU BULLE neben Kollegin Alice Dwyer in der männlichen Hauptrolle zu sehen. Mit großem Erfolg ausgestrahlt wurde der SWR-Tatort „Damian“ unter der Regie von Stefan Schaller und das Drama RUFMORD feierte im gleichen Jahr Premiere auf dem Filmfest München.

Für die ZDF-Serie WAS ZÄHLT aus dem Jahr 2021 stand er gemeinsam mit Karoline Schuch vor der Kamera. Johann von Bülow spielt dabei den Anwalt Harry Reuter. Im darauffolgenden Jahr war er in der Rolle des Victor Gruber Teil der dritten und vierten Staffel der Sky-Serie DAS BOOT. Ebenso war Johann von Bülow im vierteiligen Thrillerdrama EIN SCHRITT ZUM ABGRUND zu sehen, Regie: Alexander Dierbach und brillierte in der deutsch-französischen Kultserie PARLEMENT.

2023 ist er im Musikdrama TÁR von Todd Field zu sehen, welches für insgesamt sechs Oscars nominiert war und auf den 73. Internationalen Filmfestspielen Berlin Weltpremiere feierte. Für den Streamingdienst JOYN spielte Johann von Bülow in der Kultserie JERKS und unter der Regie von Nele Mueller-Stöfen für Netflix in LES JEUX SONT FAITS.

Im Jahr 2023 erschien sein Debüt-Roman ROXY, im Rowohlt Verlag.

Johann von Bülow lebt in Berlin.

Annika Treutler

Der RBB betitelte Annika Treutler 2018 als „interessanteste deutsche Pianistin unter 30“.

Im Oktober  2020 erhielt sie den renommierten „Opus Klassik“ für ihre Einspielung von Viktor Ullmanns Klavierkonzert in der Kategorie „Konzerteinspielung des Jahres“ mit dem Rundfunksinfonieorchester Berlin unter Leitung von Stephan Frucht. Die CD ist zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Januar 2020 mit weiteren Klavierwerken Ullmanns bei Berlin Classics erschienen.

„Annika Treutler interpretiert diese Musik bis hin zum anklagenden Ton des abschließenden Fugenfinales mit technischer Brillanz und einer Ausdruckswucht, der man sich nicht entziehen kann“ beurteilte die Süddeutsche Zeitung, der SPIEGEL schrieb: „Treutler spielt Ullmanns hoch anspruchsvolle Werke mit einer bewundernswerten Kraft und Präzision. Sie scheut keineswegs die Emotion, aber Sentimentalität liegt ihr fern.“

 10 Jahre nach ihrem Debüt mit Schumanns Klavierkonzert im Großen Saal der Berliner Philharmonie mit dem Deutschen Sinfonie-Orchester Berlin kann Annika Treutler auf die Zusammenarbeit mit zahlreichen Orchestern zurückblicken, darunter renommierte Klangkörper wie das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, das Orchestre Symphonique de Montréal, das Radio Sinfonieorchester Prag, das Belgrade Philharmonic Orchestra, das Gürzenich Orchester Köln, das Konzerthausorchester Berlin, die Münchner Symphoniker, die Kammerakademie Potsdam, dem Göttinger Symphonieorchester u.v.m..

 Annika Treutler gastierte neben der Berliner Philharmonie in allen großen deutschen Sälen wie der Münchener Philharmonie, der Kölner Philharmonie, der Elbphilharmonie Hamburg, dem Konzerthaus Berlin und Dortmund, sowie im Ausland u.a. in der Wigmore Hall London, im Wiener Konzerthaus, im Palau della Musica Barcelona, im Concertgebouw Amsterdam und ist regelmäßig zu Gast u.a. bei den Festspielen Mecklenburg Vorpommern, beim Heidelberger Frühling, beim Verbier Festival und beim Krzyzowa Music Festival. Ihr Debüt in der renommierten Carnegie Hall in New York fiel leider durch die Pandemie aus.

 Neben Ihren solistischen Tätigkeiten widmet sich Annika Treutler intensiv der Kammermusik mit bedeutenden Künstlern: in zahlreichen Konzerten mit Daniel Müller-Schott, auf Konzerttournee mit Tabea Zimmermann und Jörg Widmann, sowie Kit Armstrong, Sarah Aristidou, Alexey Stadler, Julia Hagen u.v.m..

In der Saison 2020-2021 ist Annika Treutler u.a. beim Philharmonischen Orchester Kiel, beim Deutschen Kammerorchester Berlin, bei den Brandenburger Symphonikern sowie erneut beim Belgrade Philharmonic Orchestra als Solistin engagiert. Darüber hinaus wird sie in zahlreichen Recitals und kammermusikalischen Auftritten u.a. in Hamburg und in der Berliner Philharmonie zu erleben sein.

Die Pianistin erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von 4 Jahren zunächst bei Almut Eckels und im weiteren Verlauf bei Prof. Renate Kretschmar-Fischer. Nach dem Studium bei Prof. Matthias Kirschnereit an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock erreichte sie im Alter von gerade 21 Jahren mit Höchstwertung ihr Diplom. Das Konzertexamen legte sie mit Brahms’ 2. Klavierkonzert bei Prof. Bernd Goetzke an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover ab.

Meisterkurse bei Richard Goode, Elisabeth Leonskaja, Ferenc Rados, Arie Vardi u.a. ergänzen ihre Ausbildung. Weitere künstlerische Impulse erhält sie regelmäßig von Leif Ove Andsnes und Murray Perahia.

 Beim renommierten ARD – Musikwettbwerb (Semifinale), beim Concours Grieg, beim Gina Bachauer International Piano Competition, beim International Music Competition in Montreal und beim Deutschen Musikwettbewerb wurde die Künstlerin mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

 2018 produzierte Hänssler Classic ihre vielbeachtete CD mit Solowerken von Johannes Brahms, im Januar 2019 folgte die Veröffentlichung von Brahms‘ Sonaten für Klavier und Violoncello mit Julia Hagen. Zuvor erschien eine CD mit Klavierwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy bei Syquali/Harmonia Mundi. Ihre Debüt-CD mit Robert Schumanns Fantasiestücken und der Fantasie C-Dur stammt aus dem Jahre 2013 (GENUIN).

Annika Treutler ist über ihre Präsenz als Pianistin hinaus Initiatorin und künstlerische Leiterin des Projekts „#respondinmusic“, das es sich zur Aufgabe macht, mit Musik aus Zeiten des zweiten Weltkriegs einen Beitrag zur Erinnerungskultur zu leisten und durch die Geschichte für die Zukunft zu lernen. Im September 2020 ging sie innerhalb des Projekts  mit der französisch-zypriotischen Sängerin Sarah Aristidou, dem spanischen Klarinettisten Pablo Barragàn und dem russischen Cellisten Alexey Stadler auf deutschlandweite Schultour, um den direkten Dialog mit Schüler*innen über Musik, Geschichte und Gesellschaft zu führen.

Ihre Arbeit als Botschafterin für das von Lars Vogt ins Leben gerufene Projekt „Rhapsody in School“ unterstreicht ihren Einsatz dafür, die junge Generation für die klassische Musik zu begeistern.

 Seit Oktober 2018 lehrt Annika Treutler an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin.

Preis: 75,– Euro pro Person
Tickets per E-Mail bestellen oder telefonisch unter +49 (0) 381 – 444 44 777

Foto: © Nils Schwarz